SOMMERTOUR 2017 – 4. Station – Willkommenskreis Neuhardenberg e.V. - 20.Juli 2017

Nahtlos ging es weiter zur Willkommenswohnung in der Friedrich-Ebert-Str. in Neuhardenberg zu einem Treffen mit Vertretern des Willkommenskreis Neuhardenberg e.V.: Horst Nachtsheim, Hildegard Nies-Nachtsheim, Gabriele Meyer-Caspari, Martin Holland, sowie eine Schulsozialarbeiterin der örtlichen Grundschule gehören zu den Aktiven des Willkommenskreises. Seit 2013 kümmern sich die zurzeit 18 Mitgliedern des Willkommenskreises um 80 bis 150 Geflüchtete unterschiedlicher Nationalität. Neuhardenberg als ehemaliger NVA Standort verfügt über ausreichend Unterkünfte und hat schon seit den 90ger Jahren eine gewisse Erfahrung mit der Integration von Spätaussiedlern und Flüchtlingen. Obwohl es Erfahrungen gab, waren und die Zusammenarbeit mit Kitas und Schulen fast reibungslos von statten gingen, herrscht bei den Mitgliedern des Willkommenskreises viel Frust vor. Sie sehen die Flüchtlinge und sich selbst mit vielen Problemen allein gelassen. Viele Geflüchtete leben seit Jahren ohne Anspruch auf Sprach- und Integrationskurse und ohne Perspektive in der Gemeinschaftsunterkunft und den Wohnverbünden. Als wenig hilfreich und sogar integrationsfeindlich wird das Agieren der Kreisverwaltung empfunden. Die Mitglieder des Willkommenskreises schilderten Schikanen bei der Auszahlung der monatlichen Gelder und der Ausgabe von Krankenscheinen. besonders erbittert sind Sie darüber, dass der Landrat von MOL als nunmehr einziger in Brandenburg die Einführung einer elektrischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge verweigert. An mich als Landespolitikerin erging die Aufforderung bei der Sozialministerin die zwingende Einführung einzufordern. In ihrer Enttäuschung erwägen mehrere Mitglieder sich aus der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit zurück zu ziehen. Etwas Lob würde aber auch verteilt insbesondere Kerstin Dickhoff vom Netzwerk für Toleranz und Integration in Märkisch-Oderland wurde als sehr unterstützend erwähnt, ebenso wie der grüne Kreistagsabgeordnete Burkhard Paetzold. Und dann mussten mehrere Akteure zu einem weiteren Termin mit dem Kreisdezernenten aufbrechen, um sich für die Verbesserung der Versorgung der Flüchtlinge einzusetzen ...

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