Sommertour 2018 - Station 13 - Netzwerk der Hilfsbereitschaft Rathenow - 13.7.2018

Unsere nächste Station in Rathenow war ein Treffen im Jugendhaus Oase. Unser Gastgeber Carsten Schulze ist der zuständige Jugendleiter und Diakon in der Oase. Außer ihm waren noch einige VertreterInnen des Netzwerkes der Hilfsbereitschaft zu unserem Treffen dazu gekommen. Das Netzwerk der Hilfsbereitschaft wurde 2015 ins Leben gerufen. Früher war diese Gruppe per Email und Telefon vernetzt, heute bilden ca. 350 Menschen eine WhatsApp-Gruppe, die schnell und unbürokratisch vielfältige Hilfe für geflüchtete Menschen in Rathenow und Umgebung leistet. Motor und Koordinator ist der Pfarrer Wolf Schöne, der schon seit dem Jahr 2000 in der Flüchtlingsarbeit tätig ist und 26 Jahre Pfarrer in Rathenow war. Das Netzwerk hat keine Vereinsstruktur und keine finanzierten Mitarbeiter.
Es gibt mehrere AG in diesem Netzwerk:
• AG Praktikum-Bewerbung-Arbeit
• AG Kita-Schule-Bildung
• AG Sport-Freizeit-Kultur
• AG Wohnen-Möbel
• Eine AG Gesundheit ist im Aufbau.

Frau Kegel, Mitglied im Netzwerk, berichtete von ihrer Arbeit im AWO Familien Café. Hier kommen überwiegend Frauen und Familien zusammen. Es gibt Deutschunterricht, Kontakte und viele Formen von Unterstützung. Die jungen geflüchteten Männer z.B. aus Syrien, die in Rathenow leben, fehlt allerdings der Kontakt zur deutschen Bevölkerung. Es gibt zwar Sportangebote, aber sie sitzen viel zu Hause und haben keine Aufgabe -vom einigen Sportangeboten abgesehen. Frau Gehricke, die Mitglied in der Interkulturellen Gitarrengruppe ist, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, setzt sich vor allen für die Arbeit mit den Kindern ein und freut sich über ihre zahlreichen Kontakte in der Stadt. Herr Albrecht, ein pensionierter Polizeibeamter aus dem gehobenen Dienst, engagiert sich besonders in der AG Möbel und Wohnen und transportiert und organisiert viel in diesem Bereich. Es waren auch Henry Lange, der in Kürze seine Ausbildung als Erzieher und Sozialassistent abschließt und Susanna Falkus, die gerade ein berufsvorbereitendes Praktikum in der Oase macht, in der Runde dabei. Beide gehören zu den Organisatoren des Festivals LAUT & BUNT, des Festivals für Toleranz und Weltoffenheit, dass am 14.7.18 in Rathenow stattfindet. Wir sprachen auch über die Probleme der Netzwerkarbeit. Die Initiative wünscht sich eine bessere Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung und mehr Informationen. Eine bezahlte Koordinierungsstelle wäre extrem hilfreich und wichtig. Es gibt einen hohen ungedeckten Bedarf an rechtlicher Beratung und die fehlende psychologische und medizinische Unterstützung wurde kritisiert, besonders eine für viele notwendige Trauma-Behandlung. Gelobt wurde die gute Zusammenarbeit mit den Schulen und Kitas vor Ort.

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