Sommertour 2018 - Station 6 - Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen Frankfurt(Oder) - 10.7.2018

Ein weiterer Besuch in Frankfurt (Oder) führte mich in das Amt für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen. Amtsleiter Helmut Otto begrüßte unsere kleine Delegation. Im anschließenden Gespräch ging es u.a. um den Wunsch nach einer Verbeamtung von Feuerwehrleuten in der Berufsfeuerwehr der Stadt Frankfurt (Oder), um im Wettbewerb um qualifiziertes Personal v.a. mit den anderen kreisfreien Städten Brandenburgs mithalten zu können. Derzeit kämen viele junge Menschen für ihre Ausbildung zur Feuerwehr nach Frankfurt (Oder), verließen die Stadt aber aufgrund der unattraktiven Konditionen direkt danach wieder. Eine Arbeitsgruppe erstellt derzeit ein Konzept zur Verbeamtung neu eingestellter Feuerwehrleute, welches dem Hauptausschuss der Stadt im Herbst vorgelegt werden soll. Derzeit gilt bereits eine „Soll“-Bestimmung zur Verbeamtung von Feuerwehrleuten. Der Vorsitzende des Stadtfeuerwehrverbands Frankfurt (Oder) e.V. Wolfgang Welenga war überzeugt, dass eine Altershöchstgrenze als strikte Grenze bei der Freiwilligen Feuerwehr wenig Sinn mache. Ausschlaggebend sei der individuelle Gesundheitszustand und die Tätigkeiten, die während eines Einsatzes übernommen werden müssen. So könne durchaus ein 67jähriger noch als Maschinist mitwirken. Das Arbeiten als Atemschutzträger oder bei Gefahrenguteinsätzen sind hingegen aus gesundheitlichen Gründen kaum möglich. Erfreulicherweise ist die Mitgliederzahl der Freiwilligen Feuerwehren in der Stadt seit 25 Jahren bei etwa 250 Kräften konstant, da die Rekrutierung von Jugendlichen gut funktioniere. Wenn aber in den nächsten Jahren die geburtenstarken Jahrgänge der 50iger und 60iger Jahre aus dem aktiven Dienst ausscheiden werden, wird ein deutlicher Rückgang bei den Einsatzkräften befürchtet. Von den Jugendabteilungen kann nur 10-20% der jungen Leute dauerhaft übernommen werden, Zur Steigerung der Attraktivität wurde angeführt, dass gutausgestattete Feuerwachen und technisches Gerät auf der Höhe der Zeit die Attraktivität erhöhen. Die Feuerwehrrente interessiere junge Leute eher nicht und sei auch schwierig zu handhaben. Die deutsch-polnische Zusammenarbeit im Rettungsdienst funktioniere im Einzelfall gut, auch wenn die Unterzeichnung der Vereinbarung über den Bodengebundenen Rettungsdienst zwischen den Landkreisen MOL und LOS, Frankfurt (Oder) und den polnischen Woiwodschaften immer noch ausstehe. Auf polnischer Seiten werden zum 1.1.2019 endlich noch ausstehende Haftrechtsfragen geklärt sein, so dass dann auch ein endgültiger Vertragsabschluss realisiert werden könne, auf den alle seit 5 Jahren schmerzlich warten. Der Rettungsdienst Frankfurt (Oder) half und hilft Gemeinden von diesseits und jenseits der Grenze. Gerade sei man dabei sich im Rahmen eines Gefahrenabwehrverbundes gemeinsam um Mittel aus dem Interregnum Programm zu bewerben. Man hofft trotz starker Konkurrenz auf den Zuschlag, denn auch im Bereich des grenzüberschreitenden Katastrophenschutzes funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut. Auch Burkhard Blasche, Abteilungsleiter Gefahrenvorbeugung und Rettungsdienst, beklagte die schwierige Personalgewinnung. Auf eine Ausbildungsverordnung, für Leitstellendisponenten, die das Problem entschärfen soll, wartet man seit Langem. Hierzu werde ich eine Kleine Anfrage stellen um den aktuellen Stand in Erfahrung zu bringen. Zum Schluss wurde mir der beeindruckende Einsatz Fuhrpark der Feuerwehr gezeigt. Das Gespräch bestätigte meine Ansicht, dass ein gut ausgestatteter Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst unabkömmlich ist. Es war ein informatives und gutes Gespräch.

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