SOMMERTOUR 2017 – 9. Station – FC Energie Cottbus - 24.Juli 2017

Der Innenausschuss des Landtages hat sich in seiner Sitzung am 11.5.2017 mit den Ausschreitungen bei der Fußballpartie zwischen 1.FC Energie Cottbus und SV Babelsberg 03 befasst. Während des Fußballspiels wurde Pyrotechnik entzündet, Vermummte stürmten den Fußballplatz, mehrfach wurde der Hitlergruß gezeigt und antisemitischer Parolen gebrüllt.
Laut Verfassungsschutzbericht von letzter Woche ist die Szene im Großraum Cottbus aus Neonazis, Hooligans und Kampfsportlern "hochgradig gewaltorientiert".
Meine Kollegin Marie-Luise von Halem und ich haben eine kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt: Fanszene bei Energie Cottbus (Drucksache 6/6733). Vor diesem Hintergrund war es mir besonders wichtig das direkte Gespräch mit Vertretern des FC Energie Cottbus zu suchen.

Deshalb hat es mich sehr gefreut, dass Matthias Auth als (ehrenamtlicher) Verwaltungsratsvorsitzender sich die Zeit für ein Treffen genommen hat. Er wurde vom Verein als offizieller Ansprechpartner für diese Themen berufen. Weitere Gesprächspartner waren Sebastian Berge, Assistent der Geschäftsführung und Mitglieder-Beauftragter, der seit 4 Jahren im Verein die Initiative Vielfalt und Toleranz begleitet und Stefan Scharfenberg, der Medienkoordinator und Pressesprecher von FC Energie Cottbus. Begleitet wurde ich von Juliane Müller, Referentin der Landtagsfraktion für Innenpolitik und Recht und Hans-Joachim Weißflog, Stadtverordneter in Cottbus und Mitglied im Rechtsausschuss.
Auch bei Energie Cottbus ist man sehr alarmiert darüber, dass kriminelle Gewalttäter Fußballspiele als Bühne benutzen. Beim Verein Energie Cottbus hat man das Problem erkannt und ist gewillt gegen zu steuern.
"Wir sind nicht für alles verantwortlich, aber wir tragen Verantwortung," so Matthias Auth.
Zahlreiche Gespräche wurden mit dem Ministerium für Inneres und Kommunales, der Polizeidirektion Süd und VertreterInnen von "Tolerantes Brandenburg" geführt. Ein intensiver Kontakt mit dem Cottbusser Aufbruch wurde aufgenommen. Bis zum September 2017 soll ein allseits abgestimmtes Massnahmenpaket vorgelegt werden. Außerdem plant der Verein ab 2018 einen Beauftragten für Vielfalt und Toleranz einzustellen. Insgesamt muss die Kommunikation verbessert werden. Viele Integration- und Toleranz fördernde Aktionen und Maßnahmen des Vereins sind bisher gar nicht öffentlich geworden. Die Mitgliederversammlung begrüßt diese Vorhaben und Pläne ausdrücklich.

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